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Therapieangebot für Erwachsene

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Informieren Sie sich durch Klicken auf ein Stichwort über unsere Therapieangebote für Erwachsene. Wenn Sie Ihr Anliegen hier nicht wiederfinden, sprechen Sie uns bitte an.

 

 

 

Eine Aphasie ist eine zentrale Sprachstörung, die durch eine Verletzung der Sprachzentren im Gehirn entsteht. Ihre Ursache ist häufig ein Schlaganfall. Eine Aphasie betrifft in der Regel alle Bereiche des Sprachsystems. Die Betroffenen haben durch die Erkrankung Schwierigkeiten beim Sprechen (Wortbildung, Wortfindung, Grammatik), beim Verstehen von Sprache, beim lauten Lesen, beim Verstehen von Schriftsprache und beim Schreiben.
Auch andere Verständigungsmöglichkeiten, wie z. B. Gebärden, können von einer Aphasie betroffen sein.
Ziel der Behandlung ist immer eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit des Aphasikers. Der Aphasiker soll wieder in die Lage versetzt werden, seinen Gesprächspartner zu verstehen und seine eigenen Bedürfnisse zu äußern.


Folgende Therapiemethoden wenden wir neben zahlreichen störungsspezifischen Materialien regelmäßig in unserer Praxis an:


- MODAK Modalitätenaktivierung in der Aphasietherapie nach L. Lutz
- Methoden der kognitiven Aphasietherapie nach Stadie/ Schröder
- Therapie phonologischer Störungen bei Aphasie nach Corsten und Mende
- KRAN: Komplexe ressourcenorientiere Aphasietherapie und NLP
- NAT: Neurolinguistische Aphasietherapie
- CIAT- COLLOC


 

 

Dysarthrophonien sind Störungen in der Bewegungsausführung der am Sprechen beteiligten Muskulatur. Dazu gehören neben der Muskulatur von Lippen, Kiefer, Zunge und Gaumensegel auch die Atemmuskeln und die Kehlkopfmuskeln. Dysarthrophonien sind rein sprechmotorische Störungen. Sie betreffen nicht die sprachlichen Verarbeitungsprozesse. Ursache für Dysarthrophonien sind Hirnschädigungen oder eine neurologische Erkrankung, die zu einer Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems führen. Die Symptome einer Dysarthrophonie können vielfältig sein und hängen vom Ort der Hirnschädigung bzw. der neurologischen Grunderkrankung ab.


Die Behandlung erfolgt abgestimmt auf die Grunderkrankung und Symptomatik der Dysarthrophonie und umfasst die Bereiche Körperspannung, Haltung, Atmung, Stimmgebung und Artikulation. Bei schweren Dysarthrophonien können neben kompensatorischen Techniken auch prothetische Unterstützung oder alternative Kommunikationsmöglichkeiten die Verständigung erleichtern.


 

 

Die Stimme zeigt Auffälligkeiten im Stimmklang (heiser, rau, behaucht, matt, dünn, ...) , sie ist wenig belastbar und versagt in bestimmten Tonlagen oder Lautstärkebereichen. Häufig wird das Sprechen oder Singen anstrengend und ist mit Missempfindungen, wie Kratzen, Brennen, Druckgefühl und Räusperbedürfnis verbunden.

 

Wir behandeln methodenübergreifend, dabei kommen je nach Patient individuell geeignete Methoden zum Einsatz, zum Beispiel:


- Funktionales Stimmtraining
- Akzentmethode nach S. Smith / K. Thyme sowie modifiziert nach V. Wanetschka
- Kaumethode nach E. Fröschels
- Stimmtherapeutisches Übungsprogramm nach M.Hermann-Röttgen
- Atemtherapie nach I.Middendorf
- Atemrhythmisch angepasste Phonation nach H. Coblenzer
- Berücksichtigung der Atemtypen (Ein-, Ausatmer) nach Hagena
- Aktive und passive Methoden zur Regulierung der Körperspannung, wie Progressive Muskelentspannung, oder Klopf-, Streich-, Schüttel- und Schwingtechniken


 

 

Bei einer Rhinophonie (Näseln) liegt eine Störung des Stimmklanges vor. Zusätzlich kann es zu Veränderungen bei der Lautbildung kommen. Beim offenen Näseln werden die Nasenräume zu intensiv, beim geschlossenen Näseln in zu geringem Maße beteiligt. Das gemischte Näseln ist eine Kombination beider Formen. Die Ursachen können organisch (z.B. Gaumenfehlbildung, Polypen) oder funktionell sein.


Je nach Ursache und Form der Rhinophonie umfasst die Therapie folgende Bereiche: Bewusstmachung der Luftwege und der Atemführung, Aktivierung der am Sprechen beteiligten Muskulatur, Hilfen beim Lauterwerb und bei der Lautkorrektur, Schulung der Sprechatmung, des Sprechens, der Stimmführung und des Hörens in Bezug auf Nasalität. Voraussetzung ist ggfs. die medizinische Behandlung organischer Ursachen, z.B. der Verschluss einer Gaumenspalte oder die Entfernung von Polypen.


 

 

Beim Stottern handelt es sich um eine Störung des Redeflusses. Charakteristisch sind auffällige Blockaden, Wiederholungen oder Dehnungen. Der Stotternde weiß, was er sagen möchte, kann es jedoch nicht flüssig aussprechen. Das Stottern kann bei einem Menschen je nach Gefühlslage und Verfassung unterschiedlich stark ausgeprägt sein. So kennen viele Stotternde Situationen, in denen sie flüssig sprechen können.
Das Stottern lässt sich gut behandeln.


Sowohl bei Kindern als auch im fortgeschrittenen Lebensalter ist es möglich, den Redefluss nachhaltig und deutlich zu verbessern. Eine gute Stottertherapie trägt in den meisten Fällen zu einer positiven Veränderung des Stotterns bei. Zusätzlich kann sie typische Begleitsymptome des Stotterns wie Vermeidensverhalten und Sprechangst günstig beeinflussen und das Selbstwertgefühl erheblich steigern.

 

In der Therapie des Stotterns bei Erwachsenen gibt es zwei Hauptrichtungen, die je nach Symptomatik des Stotterns und Persönlichkeit des Patienten angewendet werden können:


- Non- avoidance- Therapie nach Charles van Riper ("Nichtvermeidungsansatz"- Veränderung des Umgangs mit dem Stottern, dadurch Verringerung der Begleitsymptome und unangestrengteres Sprechen)
- Fluency- Shaping (Veränderung der Sprechweise, um ein möglichst flüssiges, unangestrengtes Sprechen zu erreichen)

 

In unserer Praxis ist Stottern bei Erwachsenen zur Zeit kein Behandlungsschwerpunkt. Wir sind jedoch gerne bei der Suche nach einer spezialisierten Therapeutin behilflich. Gut informiert werden Sie auch auf der Website der Bundesvereinigung Stottererselbsthilfe (www.bvss.de ), auf der Sie auch spezialisierte Therapeutinnen finden.


 

 

Polternde Menschen fallen durch zu schnelles und überhastetes Sprechen auf. Es kommt zu Verschmelzungen oder Auslassungen von Lauten oder Silben z. B. "Blukohl" statt Blumenkohl. Polternde Menschen sprechen dadurch oft unverständlich.


Zusätzlich kann es den Betroffenen schwer fallen, sich sprachlich zu strukturieren und vollständige, formal korrekte Sätze zu bilden. Auch zusätzliche sprachgestalterische Mittel wie Betonung, Mimik und Gestik können oft nicht angemessen eingesetzt werden.

Wir therapieren nach Ulrike Sick und Hartmut Zückner (KKS)


 

 

Dysphagien sind Störungen des Schluckens und der oralen Nahrungsaufnahme. Sie entstehen durch neurologische Erkrankungen oder sind die Folge von Veränderungen im Kopf- Halsbereich z.B. durch Tumoren.
Symptome einer Dysphagie können u.a. sein: Schwierigkeiten beim Kauen von fester Nahrung, häufiges Verschlucken, mühsames Schlucken, verspätetes Schlucken, unvollständiges Schlucken, dadurch Verbleib von Nahrungsresten im Mundraum oder im Rachen. Die Aufnahme von flüssiger Nahrung ist bei Dysphagien oft besonders problematisch, auch das Kauen von fester Nahrung oder das Umgehen mit Mischkonsistenzen wie stückigen Suppen bereitet Schwierigkeiten. Breiige Nahrung ist in der Regel am wenigsten schwierig. Muss bei schweren Dysphagien mit einer Lungenentzündung durch in die Lunge gelangte Nahrungsbestandteile gerechnet werden oder soll einer Mangelernährung oder einem Flüssigkeitsmangel vorgebeugt werden, wird häufig mit Einverständnis des Betroffenen eine Nahrungssonde durch die Bauchhaut direkt in den Magen gelegt, durch die die Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit erfolgen kann. Gelangen beim Schlucken von Speichel Teile davon in die Lunge, wird zur Vermeidung einer Lungenentzündung in schweren Fällen eine sogenannte geblockte Trachealkanüle gelegt, die durch eine Umgehung der Atemwege oberhalb der Lunge das Schlucken sicherer macht aber das Sprechen deutlich beeinträchtigt.

 

Wir behandeln je nach zugrunde liegender Erkrankung mit übenden oder kompensatorischen Verfahren und beraten Sie zur optimalen Gestaltung der Nahrungsaufnahme unter den erschwerten Bedingungen.

 


 

 

Eine Sprechapraxie ist eine Störung der Bewegungsplanung beim Sprechen. Sie tritt bei neurologischen Erkrankungen oder nach Hirnverletzungen auf. Die Betroffenen sprechen mit großer Anstrengung. Die Ansteuerung der korrekten Artikulationsbewegungen gelingt oft nicht oder nur mit großer Mühe, trotz intakter Muskelfunktionen. Es kommt zu artikulatorischen Vereinfachungen, Lautauslassungen, -ersetzungen oder -vertauschungen, die die Verständlichkeit des Sprechens stark beeinträchtigen können. Automatisierte, eher floskelhafte Äußerungen können dabei oft ungestört geäußert werden, Äußerungen, die einen Inhalt übermitteln sollen, sind dagegen von der Sprechapraxie beeinträchtigt.


Sprechapraxien treten häufig nach linkshirnigen Schlaganfällen gemeinsam mit einer Aphasie auf, können aber auch isoliert vorkommen.

 

Wir therapieren mit folgenden Programmen:


- TAKTKIN (Birner- Janusch) : Taktil- kinästhetische Hinweisreize bei Sprechapraxie
- Therapieprogramm nach Luzzatti/ Springer
- EMS


 

 

Kognitive Dysphasien sind Störungen der Sprache im Erwachsenenalter, die nach Verletzungen von Gehirnregionen, z.B. im Rahmen eines Schlaganfalls, auftreten, bei denen nicht die primären Sprachzentren betroffen sind. Gestört sind hier zum Beispiel Fähigkeiten der Planung und Strukturierung oder auch der Aufmerksamkeit, so dass die Betroffenen keine inhaltlich schlüssigen Sprachäußerungen mehr produzieren können und auch Probleme haben, den sprachlichen Schilderungen anderer zu folgen. Therapeutisch wird in Kombination mit sprachlichen Aufgaben an den zugrunde liegenden Störungen gearbeitet, hilfreich ist dabei eine enge Zusammenarbeit mit Ergotherapie und Neuropsychologie.


Im Rahmen einer fortschreitenden dementiellen Erkrankung des Gehirns treten häufig auch Sprachstörungen auf. Je nach Grunderkrankung in vielfältiger Form, in einigen Fällen sind sie auch das alleinige Symptom einer dementiellen Erkrankung. Anders als bei den durch ein einmaliges Ereignis wie einen Schlaganfall entstehenden Aphasien, die im Verlauf durch Reorganisation des Gehirns eine Verbesserung erfahren können, geht es bei den Sprachstörungen bei Demenz in erster Linie um den Erhalt und Ausbau der noch vorhandenen Fähigkeiten. Dabei wird gezielt an den Stärken des Betroffenen gearbeitet, damit diese Fähigkeiten als Kompensation für die verlorenen eingesetzt werden können (= umgekehrt symptomorientierte Behandlung) . Die Kommunikationsfähigkeit des Betroffenen soll so lange wie möglich erhalten bleiben.

 

Wir behandeln je nach zugrunde liegender Erkrankung und Symptomatik mit speziell ausgewähltem Material sowie mit dem kognitiven Training nach Stengel.


 

 

In der Regel ist eine Kehlkopfentfernung eine Folge einer Tumorerkrankung im Rachen- und Kehlkopfbereich. Nach Entfernung des Kehlkopfes kann der Betroffene beim Sprechen keine Stimme mehr bilden. Moderne Operationstechniken sorgen durch eine Verbindung von Luft- und Speiseröhre (sogen. Shuntventil) dafür, dass Strukturen im oberen Speiseröhrenbereich eine Ersatzfunktion für die entfernten Stimmlippen übernehmen und so wieder eine körpereigene Stimme zur Verfügung steht. Wir unterstützen Sie beim Verfeinern der neuen Stimmtechnik. Da die mit Hilfe des Shuntventils gebildete Stimme leider etwas störungsanfällig ist, sollten alle Betroffenen noch die klassische Speiseröhrenersatzstimme erlernen, bei der die erforderliche Luft erst in die Speiseröhre gebracht und dann zum Sprechen genutzt wird. So steht auch dann eine Stimme zur Verfügung, wenn das Shuntventil z.B. durch Undichtigkeit eine Zeitlang ausfällt. Eine weitere Möglichkeit zur Ersatzstimmbildung bieten elektronische Stimmhilfen, die einen elektronischen Stimmklang erzeugen.


Wir unterstützen Sie bei der Entscheidung, welche Ersatzstimmtechnik für Sie sinnvoll ist und helfen beim Erlernen und Verfeinern.